Cocainsüchtige

Eine Sucht ist ein zwanghaftes Verhalten des Menschen, etwas tun zu müssen, einem nicht abstellbaren Drang nachzugeben. Widerstand leisten, vermag der Mensch nicht länger aus eigenem Antrieb.

Exkurs:
In meinen Coachings haben 32 Klienten im Zeitraum Januar 2009 bis Mai 2020 die eine oder andere Sucht gezeigt. Insgesamt habe ich 262 Süchte mit Mehrfachnennungen gezählt.
  1. Sehr häufig kamen folgende Suchtthemen hoch: ICH-Sucht (40), Selbstsucht (36), Eifersucht (30), Schwindsucht (20) und Sehnsucht nach Liebe (14).
  2. Häufig fielen bei drei bis zehnmaliger Nennung auf: Anerkennungs-, Fall-, Fett-, Gefall-, Gewinn-, Hab-, Kontroll-, Kritik-, Macht-, Nahrungsmittel-, Nessel-, Rach-, Streit-, Todessehn- und Trunksucht.
  3. Selten mit zwei Nennungen traten diese Süchte auf: Alkohol-, Freß-, Geltungs-, Herrsch-, Mager-, Manipulations-, Friedens-, Harmonie-, Nicht-Leben-Wollen-, Sex- und Tobsucht.
  4. Sehr selten mit nur einer Nennung registrierte ich folgende Süchte: Eß-Brech-, Gefahr-, Geld-, Genuß-, Geborgenheits-, Gerechtigkeits-, Körperkontakt-, Krankheits-, Lebens-, Lebenszerstörungs-, Selbsthaß-, Selbstüberschätzungs-, Selbstverletzungs-, Sexueller Unterwerfungs-, Verführungs-, Vergeltungs-, Zärtlichkeits-, Zwangs-, Spiel-, Trunk- und TV-Sucht.
In meiner Analyse zeigte sich, daß Klienten eine bestimmte Sucht, z. B. ICH-Sucht, nicht nur einmal zum Vorschein brachten, sondern wiederholt zu verschiedenen Zeitpunkten. Was war der Grund?  Die Klienten brachten die gleiche Sucht (z. B. ICH-Sucht) nicht nur in diesem Leben sondern auch in ihren früheren Vorleben hervor. 
Daraus schlußfolgerte ich, daß eine geistig-energetische Behandlung der Sucht sich nicht nur auf dieses Leben beschränken durfte. Die Beseitigung der Süchte war schließlich nur dann erfolgreich, wenn die jeweilige Sucht auch in den zurückliegenden Vorleben thematisiert und aufgelöst wurde.
Exkurs Ende.

Wer Liebe in sein Herz läßt, dem wird es gelingen, positive Einflüsse auf seine Süchte zu nehmen, sie aufzulösen und dann loszulassen. Manchmal bedarf es eines fachkundigen Therapeuten oder eines geistinspierten empathischen Coaches bzw. Heilers zur Unterstützung. Tiefsitzende Sehnsüchte und ihre Ursachen gilt es aufzustöbern und sie im energetisch-vollumfänglichen Sinne aufzulösen.

Süchtige kommen deshalb so widerwärtig daher, da sie nicht nur den einzelnen Menschen in eine persönliche Schieflage bringen, sondern darüber hinaus das private und gar das soziale Umfeld negativ beeinflussen. In den Zustand der Co-Abhängigkeit geraten Eltern, Ehepartner, Kinder, Freunde und Arbeitskollegen. Die Sucht betrifft nicht nur den Süchtigen selbst, sondern auch andere. Wer noch die Kraft hat, dieses nicht zu wollen, stelle sich seiner Sucht und akzeptiere die notwendigen Schritte, die er zu machen hat. Sein Berater, Therapeut oder Coach – je nachdem welchen Weg er geht – eröffnet Ihm Wege, wie er seinem Suchtverhalten entkommen kann.

Süchte können sich im Körper manifestieren, denken wir an die Alkoholsucht, die zu Leberschäden führt, an die Nikotinsucht, die eine Raucherlunge hervorbringt, an die Spielsucht, die wirtschaftlichen Ruin mit sich bringt, die Drogensucht, die das Leben verkürzt bzw. es beendet.

Süchte sind nicht von Gott geschickt, sondern vom Menschen gemacht. Niemand anderer als wir selbst sind verantwortlich für unsere Süchte. Weil der Süchtige seine Verantwortung hat, kann er sie auch wahrnehmen. Er kann tätig werden und sich in Therapie begeben oder sich anderweitig auf den Weg zu machen, seine Süchte loszuwerden.

Allein seine Sucht zu kontrollieren, kann nur Anfang sein. Der Süchtige sollte das Ziel anstreben, die Sucht vollständig aufzulösen und Körper, Geist und Seele von ihr zu befreien. Denn wenn erst alle drei Ebenen befreit sind, ist der Mensch wahrhaft frei von dieser Sucht.

Zu bedenken gilt, daß Süchte meist im Verbund mit anderen Süchten auftreten, sodaß es für nachhaltigen Heilungserfolg sinnvoll erscheint, eine Sucht nach der anderen anzugehen und zu eliminieren. Dies mag ein langer Weg zur Folge habe, doch alle Mühen lohnen sich, die Fesseln der Suchtabhängigkeiten abzuwerfen und heil zu werden.

#3 Sucht adieu!

Burkhard Welzel


Der Autor, Burkhard Welzel, Jahrgang 1957, blickt zunächst auf eine wissenschaftliche Ausbildung in den Fachbereichen Betriebs- und Volkswirtschaft zurück, die ihm analytisches Denkvermögen vermittelte. Sein erstes Buch hat er 1994 über den Unternehmer veröffentlicht und sich in der Folge mit unternehmerischen Fragestellungen als Unternehmensberater beschäftigt. Er hat Seminare zur Unternehmensethik gegeben und coacht Unternehmer ganzheitlich zu Themen der erfolgreichen Firmen- und Lebensführung.


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